Durch Tanzshows im Fernsehen oder die Ausstrahlung von Tanzchallenges auf Musikkanälen wurde in den vergangenen Jahren das Interesse auf das Tanzen gelenkt. Tanzschulen haben seitdem regen Zulauf und bieten Kurse für junge und ältere Tanzbegeisterte an. Dazu gibt es Fitnessprogramme die auf der Idee des Tanzes begründet sind. Denn Tanzen formt Ihren Körper, schult Konzentration und Koordination und trainiert die Ausdauer- und Leistungsfähigkeit des Körpers. Manche Tanzbegeisterte finden auf diesem Weg zum Tanzsport. Wird Tanzsport wettkampfmäßig betrieben, wird er Turniertanz genannt.
Tanzen als Sportart ist wenig öffentlich bekannt, dabei wird diese Sportart von vielen Personen aktiv und erfolgreich ausgeübt. Der Tanzsport wird im Turnier- und Leistungssport ausgeübt. Die Tanzsportler nehmen aktiv an Wettkämpfen teil und trainieren diszipliniert um ihre Leistungen zu verbessern. Zum Tanzsport gehören viele verschiedene Tänze. Lateinamerikanische Tänze, Standardtänze und Rock’n'Roll gehören wohl zu den Bekanntesten. Boogie-Woogie und Orientalischer Tanz gehören ebenso zum Tanzsport. Besonders unter jüngeren Leuten verbreitet sind Hip-Hop, Jazz und Modern Dance und das Cheerleading. Welche dieser Tänze im sportlichen Turnier ausgeübt werden, unterscheidet sich nach Kultur und Geschichte von Land zu Land. Lateinamerikanische Tänze, Standardtänze und Rock’n'Roll sind bei World Games vertreten. Es gibt in vielen Ländern Vereine und Verbände in denen Leistungstänzer organisiert sind und ihrem Training nachgehen können. Über die Vereine nehmen sie an Tanzturnieren oder Wettkämpfen teil. Die Tänzer treten auf den Tanzturnieren als Einzeltänzer, Tanzpaare oder in Tanzformationen gegeneinander an. Die Turniere laufen nach unterschiedlichen Ablauf statt. Die Tänzer tanzen entweder eine nach Turnierregeln einstudierte Choreografie oder interpretieren ein gespieltes Musikstück nach der eigenen Vorstellung. Die Leistungen werden nach unterschiedlichen Wertungsrichtlinien von Wertungsrichtern beurteilt. Anhand von vergebenen Punkten oder Platzierungsempfehlungen werden Sieger und Ranglisten ermittelt.
In Deutschland werden die Turniere im Tanzsport vom Deutschen Tanzsportverband (DTV) oder dem Deutschen Amateur Turnieramt (DAT) durchgeführt. Tanzpaare treten auf Turnieren des Deutschen Tanzsportverbandes eingeteilt nach Alter und Leistungsstand gegeneinander an. Zunächst werden von den Paaren Vor- und Zwischenrunden getanzt, die von Wertungsrichtern in verdeckter Wertung vergleichend beurteilt werden. Nach dieser Bewertung entscheidet sich das Fortkommen der Tanzpaare in die nächste Runde. Bis zu sieben Paare können es so in die Endrunde schaffen. Erst hier wird um den Sieg und die Platzierungen getanzt. Zwischen fünf und zehn Platzierungen müssen erreicht werden, um den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse zu schaffen. Zusätzlich werden für die Platzierungen nach einem festgelegtem System Punkte vergeben. Eine bestimmte Anzahl von Punkten ist neben den Platzierungen notwendig, um den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse zu erreichen. Jedes Tanzpaar im Tanzsport verfügt über ein Startbuch. Hier müssen erreichte Platzierungen und Punkte eingetragen und nachgewiesen werden.
Seit 1993 wurde das Deutsche Amateur Turnieramt gegründet, die seitdem Tanzturniere für weniger leistungsorientierte Tänzer anbietet. Die DAT ist keine offiziell anerkannte Sportorganisation im Deutschen Olympischen Sportbund. Hier werden die Tänzer nach Hobby- und Sporttänzer unterschieden, es gibt keine Leistungsklassen. Im Ablauf des Turniers in Sichtungsrunden Leistungsklassen gebildet und das Turnier getanzt. Hier müssen die Tänzer sich bei jedem Turnier neu qualifizieren.
Auf Grund von Streitigkeiten der vielen unterschiedlichen Tanzsportverbände weltweit ist es bisher noch nicht gelungen, den Tanzsport als olympische Disziplin durchzusetzen. Dabei ist Tanzsport nicht nur ein Hobby, sondern setzt Disziplin, Leistungswillen und Ausdauer vor raus. An mehreren Tagen in der Woche wird hart trainiert, persönliche Interessen müssen zurück gestellt werden. Alle Konzentration gilt dem Sport. Der Tanzsport fordert den gesamten Körper und die Psyche des Tänzers. Abfolgen in Choreografien müssen immer und immer wieder trainiert werden. Dazu kommen die persönliche Ausstrahlung, das Rhythmusgefühl, die Balance und die Perfektion des Ausdrucks.
In den Turnieren achten die Wertungsrichter auf vier Wertungsgebiete. Die Leistungen der Paare werden im Tanzsport zueinander bewertet. Der Schwierigkeitsgrad der Tänze spielt keine Rolle. Die Bewertung der Tanzpaare erfolgt nach der Umsetzung der Musik nach Takt und Grundrhythmus, der Umsetzung der Musik und der bewegungsenergetischen Ausführung. Die Wertungsgebiete Musik, Balance, Bewegungsablauf und Charakteristik sind nicht gleichberechtigt. Erst wenn eine unterschiedliche Bewertung der Tanzpaare nach Musik und Balance nicht eindeutig zu treffen ist, wird das nächste folgende Kriterium angewandt.